SOUL DEVOURED "Eleven deadly Sins"

Na das nennt man wohl eine Überraschung. Plötzlich flattert mir hier eine Scheibe einer Band ins Haus, von der ich noch nie irgendein Wort gehört habe und haut mich schlichtweg von den Socken! Nicht nur, dass die Österreicher ihre Instrumente absolut beherrschen, nein, sie haben es wirklich geschafft, über jegliche Genregrenzen hinwegzublicken und alle positiven Eigenschaften jeglicher Spielarten des Metal zu einer explosiven Mischung zu vermengen. Soul Devoured zu kategorisieren fällt daher wahnsinnig schwer. Auffällig ist jedoch das omnipräsente Schielen in Richtung 80er Thrash Metal, was besonders bei den Riffs seinen Ausdruck findet. Ansonsten ist alles dabei, denn man trifft immer wieder auf Death- und Black Metal Parts, die der Musik sehr viel Abwechslung verleihen. Auf diese hat die Band besonders viel Wert gelegt, was nicht nur an der Vielfalt von Riffs, sondern auch am dezenten Einsatz von Keyboards und dem Mitwirken von Gastsängern zu erkennen ist (ist das bei "Forests of Misery" wirklich eine Frau???). Vom derbsten Geprügel bis hin zu Midtempo Parts, die meist mit melodischen Riffs unterlegt sind, von geschickt eingebauten Samples in "Living Dead" hin zu ausgereiften Melodien im Instrumental "Like a Razor to the Vain" findet man alles, was das Metalherz begehrt.
Trotz der großen Abwechslung klingt "Eleven Deadly Sins" nicht zusammengestückelt, sondern wirkt wie aus einem Guss, was zum einen am modernen und äußerst klaren Sound, als auch am sehr dichten Songwriting liegt, das keine belanglosen Parts zulässt.
Die vocals sind mehr dem Black Metal entlehnt, weisen aber durch diese giftige Gekeife eine gewisse Eigenständigkeit auf. Zur Abwechslung fällt der eingesetzte Drumcomputer einmal sehr positiv auf. Da ich mich selber mit der Programmierung solcher Dinger beschäftige, kann ich euch sagen, dass dieser hier mit größter Sorgfalt und Liebe zum Detail programmiert wurde! Mein Respekt! Kritikpunkte finde ich an diesem Album wirklich keine. Vielleicht sollte man die Snaredrum durch eine andere ersetzen, aber ansonsten fällt mir absolut nichts negatives auf! Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wie es mit Soul Devoured weitergeht!

Kontakt: www.souldevoured.com

Total Time: 37 min.
Stil: Thrash/Black/Death Metal.
Prädikat: fast perfekt!
Polsi, 2003

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